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Kell, ein Dorf auf einem Bergrücken nordöstlich des Laacher Sees,
270 Meter über dem Meeresspiegel, heute ein Stadtteil von Andernach und
kirchlich von Burgbrohl aus betreut.
Bis zur französischen Eroberung des Rheinlandes 1794 gehörte Kell zum
Kurfürstentum Köln, genauer zum Amt Andernach. Was die Pfarrei Kell angeht, war
die Gemeinde jedoch ins Landkapitel Ochtendung (Erzbistum Trier) eingebunden.
Außerdem wurden die örtlichen und regionalen Verhältnisse von einer Handvoll
weltlicher und geistlicher Großgrundbesitzer mitbestimmt. Um 1670 gehörten die
rund 220 Einwohner (40 Haushalte) als Untertanen zu einem halben Dutzend
Herrschaften.
Auch die geographische Zusammensetzung dieser eher kleinen Gemeinde ist für die
Osteifel ziemlich außergewöhnlich: die Einwohner verteilten sich auf etliche
umliegende Höfe und Mühlen, die z.T. ins Mittelalter zurückreichen und heute
noch bestehen. Ferner umfaßte die Pfarrei das ehemalige Karmeliterkloster
Tönisstein, das Gasthaus am Brunnen, eine Krugbäckerei von 1740 und den
berühmten Tönissteiner Brunnen, der seit römischen Zeiten genutzt wird.
Unter diesen Aspekten entstand das Keller Familienbuch, das eine Rekonstruktion
der vor 1875 in Kell lebenden Bevölkerung beinhaltet. Für die Ausarbeitung
wurden erstmals die Keller Kirchenbücher (Taufen, Heiraten, Sterbefälle ab 1662)
umfassend und vollständig bearbeitet. Außerdem fanden die Bestände des
Landeshauptarchivs Koblenz und des ehemaligen Stadtarchivs Andernach, die
Bestände einiger örtlicher Pfarrarchive sowie die zivilen Unterlagen aus dem
ehemaligen Standesamt Burgbrohl (heute Brohltal in Niederzissen)
Berücksichtigung. Die standesamtlichen Einträge sind wesentlich informativer und
zuverlässiger als entsprechende kirchliche Einträge und waren bei der
Bearbeitung eine große Hilfe.
Der große Reichtum an Quellen hat eine weitestgehend vollständige Darstellung
der Familien ermöglicht. Der Schwerpunkt lag auf den Akten und Urkunden zwischen
1400 und 1800. In der Einleitung werden die verwendeten Quellen beschrieben, im
Anhang folgen einige Quellen im Originaltext (u.a. zwei Hexenprozesse und vier
Testamente 1686-1735). Eine Zusammenfassung der Hof- und Mühlengeschichten und
ein Bericht über den Tönissteiner Brunnen runden das Familienbuch ab. Im
Ortsregister findet man die erwähnten Orte aus dem Familienteil.
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