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Die Stadt Bendorf liegt verkehrsgünstig am Rhein, entlang der
rechtsrheinischen Eisenbahnlinie sowie an der Autobahn Koblenz-Trier und an den
Bundesstraßen Richtung Neuwied und Dierdorf. Heute hat die Stadt rund 15.000
Einwohner und umfaßt die Ortsteile Mülhofen, Sayn (mit Burg und Abtei) und
Stromberg.
In alter Zeit war die Lage zwar nicht unbedeutend, aber noch entscheidender
waren die konfessionellen Verhältnisse: Im 18. Jh. machte die katholische
Gemeinde etwa zwei Drittel von Bendorf aus. Das letzte Drittel gliederte sich in
eine größere evangelisch-lutherische und eine kleinere reformierte Gemeinde
sowie eine nicht geringe Zahl von jüdischen Einwohnern. Dabei gab es zahlreiche
familiäre Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten, obwohl sie oft
miteinander um die Vorherrschaft und die Rechte an der Pfarrkirche stritten;
denn alle Gottesdienste fanden in einem einzigen Gebäudekomplex statt. Die
Kirche St. Merdard ist bis heute geteilt, nur der Turm gehört der Stadt.
Die Landesherrschaft stand zwar den Grafen von Sayn zu, die den
Minderheits-Protestanten gewisse Privilegien gewährten; aber verschiedene andere
Herrschaften nahmen Einfluß auf die Geschicke Bendorfs, so daß die Katholiken
zahlenmäßig immer überlegen blieben. Dazu zählen die Abteien Sayn, Maria Laach
und Siegburg und einige weltliche Fürsten, z.B. der Freiherr v. Metternich.
Religiöse Gründe mögen im 18. Jh. aber nicht mehr so wichtig gewesen sein wie
die aufkommende Metallindustrie.
Mit dem vorliegenden Familienbuch wird erstmals versucht, die Bevölkerung
Bendorfs in ihrer Gesamtheit darzustellen. Dazu wurden die Kirchenbücher der
drei Gemeinden (katholisch ab 1671, lutherisch ab 1670, reformiert ab 1775)
systematisch erfaßt und ausgewertet. Dabei kamen rund 11000 Taufen, 2700
Heiraten und 7700 Sterbefälle zusammen. Außerdem wurden 61 Archivquellen in
Koblenz, Wiesbaden, Rommersdorf und Düsseldorf herangezogen, um neue
Familien-Zuordnungen zu gewinnen. Dadurch ist es teilweise möglich, Familien bis
um 1500 zurückzuverfolgen.
Neben einer Quellenbeschreibung und einer Kurzchronik von Stadt und Pfarrei
Bendorf enthält das Familienbuch die Übersetzung der lateinischen
Kirchenbuch-Passagen und die Reihenfolge der Pastöre in den drei Pfarrgemeinden.
Am Ende stehen ein Index der erwähnten Ehefrauen und ein Ortsregister.
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