Ortsfamilienbuch Irlich 1508 – 1899



Geograph. Lage:	RLP, PLZ: 56564
Autor:		Horst Theisen u.a.
Umfang:		950 Seiten in 2 Bänden
Format:		DIN A4, Hardcover
Art.-Nr.:		CSB-00004
Reihe dt. OSB: 	Reihe A Band 436
Preis:		€ 54,00

Irlich liegt an der Mündung der Wied in den Rhein, schräg gegenüber von Andernach. Früher war Irlich eine eigene Gemeinde, heute gehört der Ort als Stadtteil zu Neuwied. Er hat sich aber sein geschlossenes dörfliches Aussehen etwas bewahrt.
Wenn man einen Blick in die Geschichte wirft, geht der Eindruck der Geschlossenheit schnell verloren. Mehrere Herren stritten sich um die Vorherrschaft in diesem strategisch wichtigen Gebiet, und das besonders seit der Reformationszeit. Der Kurfürst und Erzbischof von Trier versuchte sich gegen den Graf von Wied zu behaupten, was aber zunächst fehlschlug; Anfang der 1550er Jahre wurde das Dorf evangelisch.
Nach dem Aussterben des Wiedischen Mannesstammes 1606 sah Kurtrier eine neue Möglichkeit, in Irlich Fuß zu fassen, und der Konflikt brach wieder auf. Durch die Ereignisse im 30-jährigen Krieg spitzte sich die Sache zu. In den 1630ern wurde das Dorf schließlich rekatholisiert und von Rommersdorfer Mönchen betreut. 1662 wurde Irlich endgültig von der Mutterkirche in Feldkirchen abgelöst und als eigene Pfarrei errichtet.
Auch die Saynischen Grafen haben hier lange ihren Einfluß geltend gemacht, was jedoch im 17. Jh. stark abnahm. So etablierte sich nach und nach das Trierer Kurfürstentum, und Irlich wurde gänzlich ins Amt Hammerstein aufgenommen. Dieser Zustand blieb so bis zum Ende des alten Deutschen Reiches 1806. Die kurze Nassauische Periode ab 1806 blieb ohne Langzeitwirkung; seit 1815
gehörte Irlich zum Königreich Preußen. Unter dieser Herrschaft nahm der Ort einen merklichen Aufschwung, vor allem durch den Bau der Eisenbahn (1870er Jahre) und durch den gestiegenen Schiffahrtsverkehr. Diese Gegebenheiten haben sich bei der Erstellung des Ortsfamilienbuches niedergeschlagen. Das Kirchenbuch beginnt 1673, also kurz nach der Erhebung zur Pfarrei. Die Heiraten und Sterbefälle sind ab 1703 dokumentiert. Leider sind aus der protestantischen Zeit keine Kirchenbücher vorhanden; dies wurde teilweise damit ausgeglichen, daß 28 Quellen aus dem Zeitraum 1508 bis 1723 ausgewertet wurden (Archive in Koblenz und Neuwied). Ferner wurde das Buch angereichert mit einer Kurzchronik der Gemeinde sowie mit den Aufzeichnungen des Irlicher Pastors "Begebenheiten der Jahre 1791 bis 1801", die nicht weniger als 74 Seiten füllen. Das Buch endet mit einem Verzeichnis der erwähnten Ehefrauen und einem Ortsregister.

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