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Irlich liegt an der Mündung der Wied in den Rhein, schräg
gegenüber von Andernach. Früher war Irlich eine eigene Gemeinde, heute gehört
der Ort als Stadtteil zu Neuwied. Er hat sich aber sein geschlossenes dörfliches
Aussehen etwas bewahrt.
Wenn man einen Blick in die Geschichte wirft, geht der Eindruck der
Geschlossenheit schnell verloren. Mehrere Herren stritten sich um die
Vorherrschaft in diesem strategisch wichtigen Gebiet, und das besonders seit der
Reformationszeit. Der Kurfürst und Erzbischof von Trier versuchte sich gegen den
Graf von Wied zu behaupten, was aber zunächst fehlschlug; Anfang der 1550er
Jahre wurde das Dorf evangelisch.
Nach dem Aussterben des Wiedischen Mannesstammes 1606 sah Kurtrier eine neue
Möglichkeit, in Irlich Fuß zu fassen, und der Konflikt brach wieder auf. Durch
die Ereignisse im 30-jährigen Krieg spitzte sich die Sache zu. In den 1630ern
wurde das Dorf schließlich rekatholisiert und von Rommersdorfer Mönchen betreut.
1662 wurde Irlich endgültig von der Mutterkirche in Feldkirchen abgelöst und als
eigene Pfarrei errichtet.
Auch die Saynischen Grafen haben hier lange ihren Einfluß geltend gemacht, was
jedoch im 17. Jh. stark abnahm. So etablierte sich nach und nach das Trierer
Kurfürstentum, und Irlich wurde gänzlich ins Amt Hammerstein aufgenommen. Dieser
Zustand blieb so bis zum Ende des alten Deutschen Reiches 1806. Die kurze
Nassauische Periode ab 1806 blieb ohne Langzeitwirkung; seit 1815
gehörte Irlich zum Königreich Preußen. Unter dieser Herrschaft nahm der Ort
einen merklichen Aufschwung, vor allem durch den Bau der Eisenbahn (1870er
Jahre) und durch den gestiegenen Schiffahrtsverkehr. Diese Gegebenheiten haben
sich bei der Erstellung des Ortsfamilienbuches niedergeschlagen. Das Kirchenbuch
beginnt 1673, also kurz nach der Erhebung zur Pfarrei. Die Heiraten und
Sterbefälle sind ab 1703 dokumentiert. Leider sind aus der protestantischen Zeit
keine Kirchenbücher vorhanden; dies wurde teilweise damit ausgeglichen, daß 28
Quellen aus dem Zeitraum 1508 bis 1723 ausgewertet wurden (Archive in Koblenz
und Neuwied). Ferner wurde das Buch angereichert mit einer Kurzchronik der
Gemeinde sowie mit den Aufzeichnungen des Irlicher Pastors "Begebenheiten der
Jahre 1791 bis 1801", die nicht weniger als 74 Seiten füllen. Das Buch endet mit
einem Verzeichnis der erwähnten Ehefrauen und einem Ortsregister.
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