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Mendig - heute eine Stadt aus einem Guß und seit über 35 Jahren
glücklich vereint. Das war nicht immer so; auch wenn die beiden Pfarrkirchen von
Ober- und Niedermendig nur 1,3 Kilometer voneinander entfernt liegen, waren die
Orte über Jahrhunderte klar zu unterscheiden. Obermendig (mit dem Filialort
Bell) war ein statttliches, eher landwirtschaftlich geprägtes Dorf; um 1670 gab
es in der gesamten Pfarrei etwa 150 Haushalte (wovon gut 40 auf Bell entfielen).
Zur gleichen Zeit hatte Niedermendig nur 84 Haushalte, aber schon eine gut
entwickelte Steinindustrie; viele Bewohner arbeiteten im Basaltabbau,
Einheimische genauso wie angelockte fremde Arbeiter.
Bei genauerem Hinsehen zeigen sich noch mehr Unterschiede: Obermendig war eng
mit dem Koblenzer Stift St. Florin verknüpft, wohingegen die Filiale Bell klar
Richtung Kurtrier (Amt Mayen) und Kloster Maria Laach tendierte. Niedermendig
war der Sitz eines kurtrierischen Gerichtes und hatte ein enges Verhältnis mit
dem Trierer Domkapitel. Der Landbesitz war vielfältig zersplittert, entlang des
Kellbaches standen mehrere Mühlen.
Was die Kirchenbücher angeht, ist die Quellenlage ziemlich unterschiedlich:
Obermendig hat ein chronologisch geführtes Kirchenbuch ab 1656 (Taufen) bzw.
1692 (Heiraten) und 1675 (Sterbefälle). Die Schrift ist ordentlich, was erst im
späten 18. Jh. schwächer wird. Ab 1689 sind die meisten Einträge vollständig
vorhanden. Niedermendig hat zwar Taufen ab 1669, Heiraten ab 1701 und
Sterbedaten ab 1672, aber die ersten 30 Jahrgänge sind äußerst lückenhaft, in
drei verschiedenen Schriften und nicht nach der zeitlichen Abfolge geführt.
Wahrscheinlich waren sie total zerfleddert, wurden in anderer Reihenfolge neu
gebunden und dann erst mit Seitenzahlen versehen.
Allerdings gibt es für beide Pfarreien eine Fülle von Quellen außerhalb der
Kirchenbücher: Steuerlisten, Grundbücher, Prozeßakten und Hofverpachtungen. Die
meisten dieser Quellen liegen im Landeshauptarchiv Koblenz, doch wird man auch
in Düsseldorf, Köln und in anderen Archiven fündig. Außerdem gibt es für Mendig
eine umfangreiche Sammlung von Hausmarken und Grabkreuzen. Insgesamt belegen
diese Quellen den kompletten dritten Band - und es ist damit zu rechnen, daß
noch weitere Informationen zu finden sind.
Ein Teil dieser Sonderinformationen wurde im Familienteil (Band 1 & 2)
eingearbeitet. Das betrifft vor allem die Einwohnerlisten und einzelne Akten,
die zur Aufklärung der familiären Zusammenhänge wichtig waren. Hierzu haben die
Unterlagen des ehemaligen Standesamtes St. Johann (heute in Mendig) ebenfalls
einen wertvollen Beitrag geliefert; so wurden die Geburten und Heiraten 1798 bis
1810 und die Sterbefälle 1798 bis 1820 systematisch ausgewertet und in den
Familienteil eingearbeitet. Am Ende des zweiten Bandes befindet sich ein
Ortsregister für diesen Familienteil.
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