Ortsfamilienbuch Obermendig – Niedermendig – Bell 14. - 18. Jhd.



Geograph. Lage:	RLP, PLZ: 56743
Autor:		Gabriele Kulmus, Hermann Schmitz, u.a.
		(Bände 1 & 2)
		Reinhold Röser, Karl-Heinz Reif
		(Band 3)
Umfang:		1.650 Seiten in 3 Bänden
Format:		DIN A4, Hardcover
Art.-Nr.:		CSB-00001
Reihe dt. OSB: 	Reihe A Band 433
Preis:		€ 107,40

Revision:		verfügbar: hier

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Mendig - heute eine Stadt aus einem Guß und seit über 35 Jahren glücklich vereint. Das war nicht immer so; auch wenn die beiden Pfarrkirchen von Ober- und Niedermendig nur 1,3 Kilometer voneinander entfernt liegen, waren die Orte über Jahrhunderte klar zu unterscheiden. Obermendig (mit dem Filialort Bell) war ein statttliches, eher landwirtschaftlich geprägtes Dorf; um 1670 gab es in der gesamten Pfarrei etwa 150 Haushalte (wovon gut 40 auf Bell entfielen). Zur gleichen Zeit hatte Niedermendig nur 84 Haushalte, aber schon eine gut entwickelte Steinindustrie; viele Bewohner arbeiteten im Basaltabbau, Einheimische genauso wie angelockte fremde Arbeiter.
Bei genauerem Hinsehen zeigen sich noch mehr Unterschiede: Obermendig war eng mit dem Koblenzer Stift St. Florin verknüpft, wohingegen die Filiale Bell klar Richtung Kurtrier (Amt Mayen) und Kloster Maria Laach tendierte. Niedermendig war der Sitz eines kurtrierischen Gerichtes und hatte ein enges Verhältnis mit dem Trierer Domkapitel. Der Landbesitz war vielfältig zersplittert, entlang des Kellbaches standen mehrere Mühlen.
Was die Kirchenbücher angeht, ist die Quellenlage ziemlich unterschiedlich: Obermendig hat ein chronologisch geführtes Kirchenbuch ab 1656 (Taufen) bzw. 1692 (Heiraten) und 1675 (Sterbefälle). Die Schrift ist ordentlich, was erst im späten 18. Jh. schwächer wird. Ab 1689 sind die meisten Einträge vollständig vorhanden. Niedermendig hat zwar Taufen ab 1669, Heiraten ab 1701 und Sterbedaten ab 1672, aber die ersten 30 Jahrgänge sind äußerst lückenhaft, in drei verschiedenen Schriften und nicht nach der zeitlichen Abfolge geführt. Wahrscheinlich waren sie total zerfleddert, wurden in anderer Reihenfolge neu gebunden und dann erst mit Seitenzahlen versehen.
Allerdings gibt es für beide Pfarreien eine Fülle von Quellen außerhalb der Kirchenbücher: Steuerlisten, Grundbücher, Prozeßakten und Hofverpachtungen. Die meisten dieser Quellen liegen im Landeshauptarchiv Koblenz, doch wird man auch in Düsseldorf, Köln und in anderen Archiven fündig. Außerdem gibt es für Mendig eine umfangreiche Sammlung von Hausmarken und Grabkreuzen. Insgesamt belegen diese Quellen den kompletten dritten Band - und es ist damit zu rechnen, daß noch weitere Informationen zu finden sind.
Ein Teil dieser Sonderinformationen wurde im Familienteil (Band 1 & 2) eingearbeitet. Das betrifft vor allem die Einwohnerlisten und einzelne Akten, die zur Aufklärung der familiären Zusammenhänge wichtig waren. Hierzu haben die Unterlagen des ehemaligen Standesamtes St. Johann (heute in Mendig) ebenfalls einen wertvollen Beitrag geliefert; so wurden die Geburten und Heiraten 1798 bis 1810 und die Sterbefälle 1798 bis 1820 systematisch ausgewertet und in den Familienteil eingearbeitet. Am Ende des zweiten Bandes befindet sich ein Ortsregister für diesen Familienteil.
 

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